Zum Thema Amateurfunk muss ich wohl etwas weiter ausholen. 1999 machte ich meinen ersten BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben)-Funkschein bei der DLRG. So um 2002 rum entdeckte ich den CB-Funk für mich und konnte diese Hobby ca. 3-4 Jahre ausüben. Schon in der Zeit sprachen mich CB-Funker an warum ich nicht die Amateurfunklizenz mach wenn mich das so interessiert. Irgendwie bekam ich aber nicht so richtig den Ansatz und durch alltägliche Sachen und der Gesundheit geriet das ganze in Vergessenheit. Im Jahr 2015 hatte ich mal wieder eine Komplikationsreiche med. Operation bei der mir auch deutlich wurde, dass über kurz oder lang die Dialyse ins Haus steht. Vor dieser OP hatte ich einen Voruntersuchungstermin und bin am Rückweg zum Stressabbau einen Feldweg entlang gefahren, mit dem eigentlichen Ziel, vielleicht ein paar Greifvögel aufs Foto zu bekommen (den hatte ich dabei, da ich ahnte das ich mich der Termin stressen würde). An dem Feldweg parkte ein Fahrzeug mit ausfahrbarer Antenne auf einem Magnetfuß. Das dies kein CB-Funk war, war mir klar, aber was war es dann für ein Funk? Ich ging zum Fahrer und sprach Ihn an. Es war ein Funkamateur mit Lizenz. Ich erzählte Ihm dass ich sehr technikinteressiert sei und durch das DRK mir auch das Funken nicht schwer fällt. Daraufhin meinte er ich soll mal bei den Ulmer Vereinsabend vorbei schauen, dort gäbe es auch eine Gruppe an Funkamateuren, die das DRK bei Großveranstaltungen unterstützen. Und dieses Gespräch ging mir dann nicht mehr aus dem Kopf.

 

Ich ließ also die OP machen, die wie schon erwähnt, Komplikationen im Gepäck hatte, erholte mich hiervon und ging dann im Januar 2016 das erste mal zu dem Vereinsabend. Dort wurde ich sehr herzlich aufgenommen und just an diesem Abend wurde verkündet das in 2 Wochen ein neuer Kurs zum Erwerb der E-Lizenz stattfindet. Es gibt momentan zwei Lizenzen in Deutschland, die E-Lizenz, quasi die Einsteiger Lizenz mit der man schon auf so manche Frequenzen arbeiten darf aber halt nicht alle und auch nur mit niedriger Leistung. Dann gibt es noch die A-Lizenz, das ist dann die "große" Lizenz, mit der darf man auf allen Frequenzen, die dem Amateurfunk gestattet sind arbeiten und das bis zur maximal erlaubten Leistung. Ich macht somit den Kurs und ging regelmäßig zu den Vereinsabenden des DARC e.V. OV Ulm (P04) (DARC = Deutscher Amateur-Radio-Club; OV = Ortsverein; P04 ist die Kennung des Ortsvereins). Am 25.06.2016 ging ich dann auf der HAM-Radio (Internationale Funkmesse) in Friedrichshafen, zur Prüfung die von der Bundesnetzagentur dort abgenommen wird, mit je 34 Fragen zu Technische Kenntnisse, Betriebliche Kenntnisse und Kenntnisse von Vorschriften und man mindestens 73% richtig haben muss um zu bestehen. Dort bestanden erhielt ich dann meine Lizenz und konnte mir auch schon mein Persönliches Rufzeichen abholen, dass, wenn man die Prüfung an einer Aussenstelle der Bundesnetzagentur macht, sonst immer noch ein paar Tage dauert. Dieses Rufzeichen heißt DO7PEB oder nach Nato-Alphabet: Delta Oskar Seven Papa Echo Bravo.

 

Dieses Hobby lässt sich auch sehr gut ausüben, wenn man krankheitsbedingt öfter zu Hause ist/bleiben muss, und man trotzdem mit der Welt reden möchte, ohne Facebook oder Whatsapp. Wobei wir wieder am Anfang des Beitrags wären und sich die Frage stellt was machst Du wenn du dann alle 2 Tage, zu Hause 4 Stunden an dem Dialysegerät hängst. Zum Beispiel funken.

 

Auf Grund der Örtlichen Situation arbeite ich sehr viel im 2m (144-146 MHz) und 70cm (430-440 MHz) Band. Im 70cm Band sehr gern mit Digitalfunk (DMR). Da ich aber im Funkschatten zum Heidenheimer Relais DB0HDH sitze, arbeite ich mit einem sogenannten Hotspot. Das ist eine Steckplatine die mit 2 Funkeinheiten versehen ist und somit fast gleich funktioniert wie ein Digitalrelais. Diese Platine ist aufgesteckt auf einem Raspberry Pi der diese Platine steuert und die Funksignale Digital über das Internet auf die ausgewählten Funkbereiche (sogenannte Talkgroups) sendet. Dieser Hotspot lässt sich dann bequem aus dem heimischen Netzwerk aus steuern und sendet im nahen Umkreis (je nach örtlicher Gegebenheit und ob er über Aussenantennen betrieben wird oder nicht) bis zu 150m um den Hotspot herum, mit 0,1 Watt. Somit läßt es sich bequem vom Sofa aus rund um die Welt funken. Da im Gegensatz zum Analogen Funk, der Digitalfunk auf einer Frequenz alle 5ms abwechselnd, in zwei Timeslots (Zeitschlitze) sendet und dabei das analoge Sprachsignal digital bündelt und unerschiedlich kodiert, ist ein Betrieb von 2 unterschiedlichen Talkgroups mit 2 Funkgeräten gleichzeit möglich. Nebenbei kommt hierbei die Nutzung von Computern auch nicht zu kurz, da ja jedes Funkgerät unprogrammiert kommt und jeder es individuell seine Talkgroups programmieren kann.

 

Ähnlich wie beim BOS-Sprechfunk, protokollieren auch wir unsere Funkgespräche, größtenteils mit Zuhilfenahme von Software oder Onlinebasierten Systemen. Ein Auszug von meinem findet Ihr unter Funktagebuch.

 

Auf Grund der Verschlechterung meiner Gesundheit, habe ich Anfang des Jahres vom DARC OV Ulm zum DARC OV Heidenheimgewechselt, da ich durch Medikamente nicht so oft selber mehr fahren kann und mich somit anderer Funker aus der Nähe das ein oder andere mal mitnehmen können. So weit wie möglich versuche ich dennoch mit den Ulmern über Funk in Kontakt zu bleiben.